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Hausgeschichte
des Ferdinandeums im Überblick
Kaiser Ferdinand II.



Ferdinand II. war Sohn des Erzherzogs Karl II. von Innerösterreich (1540–1590) und der Maria von Bayern (1551–1608). Seine streng katholische Mutter übergab 1590 die Erziehung des Knaben den Jesuiten in Ingolstadt. Dort besuchte er das Gymnasium und, bis 1595, die Universität. Ferdinand lebte standesgemäß und verfügte über einen Hofstaat von 30 Personen. Die jesuitische Erziehung war maßgeblich verantwortlich für Ferdinands entschiedene Ablehnung des Protestantismus. Ferdinand war persönlich sehr fromm und besuchte täglich mindestens einmal die Messe. Ferdinand war mit dem Tod seines Vaters bereits 1590 als Landesherr der innerösterreichischen Länder nachgefolgt. Seine Religiosität führte dazu, dass er der katholischen Religion die höchste Bedeutung auch für das politische Handeln einräumte. Bereits zu Beginn seiner Herrschaft setzte er ein Zeichen für seine katholische und gegenreformatorische Gesinnung. Er reiste zum Wallfahrtort Loreto in den Marken und machte wertvolle Stiftungen. Vor dem Altar der Mutter Gottes legte er freiwillig das feierliche Gelübde ab, den Katholizismus um jeden Preis wieder zur alleinigen Religion in seinen Staaten zu machen. Er baute die Residenz Graz aus. In den innerösterreichischen Ländern wurde die Gegenreformation und die Rekatholisierung mit Entschlossenheit durchgeführt. Wichtige Träger waren die Jesuiten in Graz, die auch die dortige Universität leiteten. Ferdinand wird der Spruch zugeschrieben: Besser eine Wüste regieren als ein Land voller Ketzer. Unterstützt vor allem von Martin Brenner, dem Fürstbischof von Seckau, ging er bei seinen gegenreformatorischen Maßnahmen weiter als seine Vorgänger. Zuvor richteten sie sich vornehmlich gegen die Bewohner der Städte und Marktflecken. Ferdinand verlangte nun auch vom Adel das Bekenntnis zum Katholizismus. Er stellte deren protestantische Angehörige vor die Wahl entweder zum Katholizismus zu konvertieren oder das Land zu verlassen. Nur in ihren Häusern konnten die Adeligen ihren Glauben leben. Die Schaffung einer homogenen katholischen Adelsschicht hatte dabei den erwünschten Nebeneffekt, dass auch die Bauern der Grundherren zum Glaubenswechsel gezwungen waren. In Graz kam es zur Verbrennung zahlreicher Wagenladungen evangelischer Schriften. Evangelische Kirchen im Land wurden zerstört. Protestantische Prediger und Gelehrte wie der Mathematiker Johannes Kepler wurden des Landes verwiesen. Durch die Abwanderung zahlreicher wohlhabender protestantischer Familien wurde die Wirtschaft des Landes schwer geschädigt. Die Rekatholisierung betrieb er auch mit der Förderung des Ordenslebens. Ferdinand bemühte sich indes vergeblich um die Errichtung eines eigenen Bistums Graz. Innerhalb nur weniger Jahre hat er den Protestantismus in seinem Herrschaftsgebiet faktisch beseitigt.
1596
Erzherzog Ferdinand kauft für die Unterbringung des 1574 gegründeten Jesuitenseminars das Stadthaus der Teuffenbach und das Schränkl-Haus.
1602
unterzeichnet er die Gründungsurkunde des Ferdinandeums als Konvikt für die an der Jesuiten-Universität Studierenden
1605
Ungarn und Türkeneinfall in die Steiermark unter Memethy
1618
Beginn des 30 Jährigen Krieges
1619
Erzherzog Ferdinand zieht, zum römisch –Deutschen Kaiser gewählt, nach Wien
1624
Hans Ulrich von Eggenberg wird Statthalter von Innerösterreich
1634
Schwarzblatterbseuche in Graz, fast 1000 Todesopfer, Schulen gesperrt
1637
Begräbnis Ferdinand II in Graz
1657
Großbrand im Ferdinandeum
1664
Türkenschlacht bei Mogersdorf
1680
Asiatische Pest in Graz, fast 3500 Tote (ein Fünftel der Einwohner)
1683
Türkenbelagerung der Stadt Wien, Graz stellt steir. Landesaufgebot
1735
Beginn des Umbaus des Ferdinandeums, Erweiterung durch das gräfl.Schärffenbergische Stadthaus
1758
Abschluss des Umbaues mit zwei Stockwerken, Mitteltrakt, zwei Höfen und Tor zum Unversitätsgarten
1773
Abschaffung des Jesuiten Kollegs
1776
Verlegung des Mädchenwaisenhauses mit Schlule im Ferdinandeum
1785
K.K Normalhauptschule mit Präparandie im Ferdinandeum
1856
Verlegung derselben in den Stainzerhof, im Ferdinandeum Bauschäden
1860
Das Ferdinandeum wird Eigentum der Stadtgemeinde Graz
1869
Abschluss der umfassenden Renovierung
1870
Landesbürgerschule im Ferdinandeum
1874
bis 1875 Aufbau eines dritten Stockwerks
1895
Die Landesbürgerschule wird eine öffentliche Bürgerschule
1914
bis 1918 militärische Einquartierung
1918
Rückkehr der Mädchenschulen, im Südtrakt Flüchtlingswohnungen
1927
Hauptschulgesetz
1935
Rückkehr der Knaben Hauptschule , Mädchen Hauptschule in der Brockmanngasse
1939
bis 1945 Städtisches Wirtschaftsamt und Wohnparteien im Ferdinandeum
1949
und 1951 Rückkehr der beiden Volksschulen und der Knaben-Hauptschule
1961
Freimachung privat bewohnter Klassenzimmer für den ungeteilten Unterricht(nur vormittags)
1962
Erstellung eines großzügigen Renovierungs – und Umbauplanes
2002
bis 2003 Sanierung des Gebäudes sowie eine Reihe von Brandschutzmaßnahmen
2019
Umzug der EDV Schwerpunktschule nach St. Leonhard; Umbaubeginn des Hauses zu einem behindertengerechten Gebäude
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