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Gesetzliche Grundlagen für berufspraktische Tage - Teil 1



"Berufspraktische Tage/Wochen" sind Realbegegnungen und werden gesetzlich als Schulveranstaltungen geführt.

Dabei können Schüler*innen zum Beispiel

einen Betrieb oder eine Lehrwerkstätte erkunden,

am berufsbezogenen Unterricht in Berufsschulen oder weiterführenden Schulen teilnehmen,

in einem Betrieb oder in einer Lehrwerkstätte einen oder mehrere Tage lang unter Betreuung berufsbezogene Tätigkeiten kennen lernen *),

einschlägige außerschulische Institutionen kennen lernen, wie z. B. Berufsinformationszentren, Berufsinformationsmessen, Wirtschaftskammer, Arbeitsmarktservice, Arbeiterkammer, Innungen etc., mit Personen diskutieren, die im Beruf oder in Ausbildung stehen (Eltern, ehemalige Schülerinnen und Schüler der Schule, Geschäftsleute aus dem Ort etc.) **)

*) Die Schülerinnen und Schüler können ungefährliche Tätigkeiten ausführen, um Materialien, Geräte, Werkzeuge und Bearbeitungsverfahren kennen zu lernen. Sie dürfen aber nicht als Arbeitskräfte betrachtet und in den Arbeitsprozess eingegliedert werden. Es gibt keine vorgegebene Altersgrenze, die körperliche und geistige Reife der Schülerinnen und Schüler ist jedoch zu berücksichtigen.



**) Lehrerinnen und Lehrer können jederzeit so genannte "schulfremde" Personen in den Unterricht einladen. Sie brauchen dafür keine Genehmigung, es ist aber zweckmäßig, die Schulleitung zu informieren.

Das Ziel dieser Realbegegnungen ist, den Klassen unmittelbare Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt zu ermöglichen, ihnen lebens- und berufsnahe Informationen über die Vorgänge in Betrieben und Ausbildungseinrichtungen zugänglich zu machen.
Sie sollen sich mit den Anforderungen, Entwicklungen und Technologien in der Arbeits- und Berufswelt auseinander setzen können.
Dies soll einerseits zu ihrer Berufsfindung beitragen und ihnen andererseits konkrete sozial- und wirtschaftskundliche Aspekte der Arbeitswelt nahe bringen.Grundsätzlich erfolgt die Beaufsichtigung der Klasse bei Schulveranstaltungen durch die Lehrerinnen und Lehrer.



Gemäß § 44a SchUG kann die Beaufsichtigung jedoch auch durch andere, dafür geeignete, Personen erfolgen, wenn dies zur Gewährleistung der Sicherheit der Schülerinnen und Schüler erforderlich und im Hinblick auf die Erfüllung der Aufgaben der Schule zweckmäßig ist. Es ist somit durchaus legitim, dass z.B. bei „Schnuppertagen“ der/die BetriebsinhaberIn oder eine sonstige im Betrieb tätige geeignete Person die Beaufsichtigung einzelner Schülerinnen und Schüler oder einer Gruppe übernimmt.

Diese Personen werden dann funktionell als Bundesorgane tätig. Für den Schaden, den sie in Vollziehung des Schulrechts des Bundes durch ihr rechtswidriges Verhalten wem immer zufügen haftet der Bund (Amtshaftung). Der Bund kann allerdings dann, wenn die Aufsichtsperson vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat, von ihr Rückersatz begehren. Auf die Aufsichtspflicht und die Regressmöglichkeiten sind sie jedenfalls ausdrücklich hinzuweisen.

Wenn es zweckmäßig ist, kann als Treffpunkt auch ein Ort außerhalb der Schule vereinbart werden. Auch in diesem Fall beginnt die Aufsichtspflicht 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung.

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Quelle: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung